Wir sind die Avantgarde! – Wie Intrapreneure als Pioniere im Unternehmen wirken

Verfasst von

und Tim Volkmann

Intrapreneure bringen mit ihrem Unternehmergeist eine neue Dynamik in Unternehmen und sorgen für frischen Wind. Kein Wunder, dass jeder sie will. Aber wer sind diese Intrapreneure eigentlich? Was zeichnet sie aus? Und was braucht man, um Intrapreneur zu sein? Hier richten wir unseren den Blick auf die Unternehmer im Unternehmen.

Immer mehr Unternehmen wünschen sich von ihren Mitarbeitern, dass sie wie Unternehmer denken und handeln. Verständlich, denn die sogenannten Intrapreneure sind wichtige Triebfedern in der Weiterentwicklung eines Unternehmens. Gerade, wenn es um Innovation geht, sind sie nahezu unverzichtbar. Häufig vergessen die Verantwortlichen dabei allerdings, dass Intrapreneure mehr sind als besonders engagierte Mitarbeiter. Mit ihrer Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln und diese innerhalb ihrer Unternehmen voran zu bringen, besetzen sie eine wichtige Schlüsselposition als Innovatoren. Und genau dafür werden sie gebraucht.

Pioniere brauchen handfeste Management-Skills
Unternehmerpersönlichkeiten als Innovatoren sind begehrter denn je. Das verwundert kaum, fokussieren moderne Organisationen doch immer stärker intern getriebene Innovationsprozesse. Dabei geht es nicht nur um neue Produkte und Services, sondern zunehmend um ganz neue, disruptive Geschäftsmodelle, mit denen die Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig sichern. Und es geht darum, Innovationsprojekte durch eigene Innovationsteams innerhalb der Organisation zu entwickeln. Das Ziel: Die Erneuerung der Organisation und ihrer (Innovations-)Kultur aus der Mitte heraus. Die Zeiten der kosmetischen Operationen, so scheint es, sind endgültig vorbei.

Genau hier kommen Intrapreneure ins Spiel. Denn dafür braucht es Mitarbeiter, die eine offene, unternehmerische Grundhaltung vertreten, aber auch Fähigkeiten mitbringen, eigenverantwortlich innovative Projekte in die Hand zu nehmen und voran zu treiben. Als Moderator und Koordinator, Treiber und „Vorarbeiter“ müssen diese Multiplikatoren in der Lage sein, Kräfte zu bündeln, sich gegen interne Widerstände zu behaupten und Bedenkenträger, Kollegen wie auch Vorgesetzte, zu überzeugen. Nicht zuletzt gilt es auch, die Schnittstelle zu Startups und der Gründerszene zu besetzen. Neben Enthusiasmus sind es also handfeste Management-Skills, die den Pionieren da abverlangt werden.

Antwort auf eine veränderte Innovationspraxis
Es ist kein Geheimnis, dass sich die Innovationspraxis in den letzten Jahren radikal verändert hat. Statt hinter verschlossenen Türen werden Innovationen in offenen, nicht selten virtuellen Foren entwickelt. Statt Expertenzirkeln geht es um die Einbindung aller relevanten Stakeholder in und um das Unternehmen herum. Statt auf die Machbarkeit wird auf die Bedürfnisse der Nutzer geschaut. Gut so. Was für die Innovation selbst gilt, gilt erst recht für die Innovationsarbeit: Sie muss erlebt werden, muss begeistern und überraschen – mit involvierenden Formaten, transparenten Dialog- und Austauschplattformen und einer offenen Innovationskultur – sowohl digital als auch analog, live oder medial.

Und das soll alles aus der Mitte des Unternehmens kommen? Unsere Erfahrung im Aufbau und der Begleitung von Innovationsteams bei 40° in den letzten Jahren hat deutlich gezeigt, dass dies nur von Innen heraus möglich ist. Mit unseren Teamstrukturen schaffen wir quasi natürliche Biotope für Pioniere. Dort können sie sich austoben und ihren Gestaltungswillen freien Lauf lassen. Erst durch ihr Wirken werden Teams und Initiativen zu einem Symbol für Erneuerung und fördern, ja beflügeln die Innovationskultur in der Organisation. Innovationsteams, -labore, – inkubatoren, oder wie auch immer die Strukturen im Unternehmen letztlich heißen, sind auf Intrapreneure angewiesen. Erst durch sie werden sie lebendig und entfalten ihr Potenzial.

High Performer im Unternehmen halten
Der Aufbau diese Strukturen innerhalb der eigenen Organisation hat aber noch eine andere Facette: Intelligente, unternehmerisch denkende, agile und technisch versierte Mitarbeiter, die in der starren Struktur eines mittelständischen Unternehmens oder Konzerns keine Perspektive sehen und ihr Tätigkeitfeld eher bei Startups und Tech-Agenturen suchen, können so (sinnvoll) an das Unternehmen gebunden werden. Sie bekommen ein Umfeld zum Austoben, zum planvollen Herumspinnen, zum Ausprobieren und Machen. Mit Begeisterung und Leidenschaft.

Viele High Performer sehen in solchen Strukturen ganz zu Recht ein Karrieresprungbrett – und nicht selten auch ein Argument für den Verbleib im Unternehmen. Auch die Außenwirkung eines aktiven Intrapreneurships kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. So sollten Unternehmen im Wettbewerb um die kreativen Köpfen auch in der Lage sein, diesen ein attraktives Umfeld anzubieten, in dem sie ihre Fähigkeiten sinnvoll und nutzbringend einsetzen können. Aus Sicht der Organisations- und Personalentwicklung ein notwendiger und häufig überfälliger Schritt.

Testfeld für neue Geschäftsmodelle
Intrapreneure sind prädestiniert dafür, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, da sie sowohl Trends und Zukunftsentwicklungen von Außen aufnehmen, als auch vorhandene Strukturen und Assets im Unternehmen berücksichtigen, ja, antizipieren und mit in die Überlegungen einbringen können. Optimal umgesetzt entsteht auf diese Weise ein Startup innerhalb der Organisation, mit dem klaren Auftrag, die Karten neu zu mischen und Veränderungen und Innovationen zu ermöglichen. Dabei produziert dieses einen beständigen innovativen Output, der wahlweise die bestehenden Strategien und Prozesse ergänzt oder mit diesen ganz gezielt bricht. Von beiden Varianten profitieren Unternehmen gleichermaßen.

Zu den Aufgaben von Pionieren zählt jedoch nicht nur der Blick in das eigene Unternehmen. Sie müssen stets den Markt mit seinen Akteuren im Auge behalten. Und mehr noch: Zur unternehmerischen Mission gehört die Vernetzung mit allen relevanten Stakeholdern und deren sinnvolle Einbindung in Prozesse. Für viele Unternehmen sind solche Communities häufig ein erster Schritt in Richtung Open Innovation, bei dem sich Mitarbeiter, Kunden und externe Partner näher kommen, sich vernetzen, austauschen und gemeinsam die Basis für zukünftige Innovationen schaffen. So entstehen sukzessive Business-Ökosysteme, in denen neue Geschäftsmodelle auch tatsächlich erprobt und umgesetzt werden können.

Nicht jeder kann Unternehmer sein
Pionier-Teams, die mit einem klaren Auftrag, einem definierten Budget aber auch besonderen Freiheiten ausgestattet sind, bieten den Rahmen für erfolgreiches Intrapreneurship. Der Auswahlprozess für diese Teams sollte jedoch nicht wahllos erfolgen. Vielmehr müssen konkrete Auswahlkriterien als Maßstab herangezogen werden, die neben fachlichen auch persönliche Faktoren ins Kalkül ziehen. Wir bei 40° haben die Erfahrung gemacht, dass Heterogenität und eine hohe Diversität sich durchaus positiv auswirken können, aber nicht müssen. Vielmehr kommt es drauf an, verschieden Rollen im Team vorzusehen und den Mitgliedern die Möglichkeit zu geben ihre Rolle zu entwickeln. Nicht jeder kann oder will Unternehmer sein.

Eines sollte dabei nie vergessen werden: Intrapreneurship basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Motivation und Begeisterung sind Voraussetzungen für erfolgreiches Unternehmertum. Das gilt besonders für Pionier-Teams. Wir beobachten immer wieder, dass funktionierende Teams sehr schnell eigene Formen der Kooperation und einen besonderen Umgang mit Fehlern entwickeln. Erfolgreiche Pioniere müssen experimentieren (dürfen). Und dazu gehört auch ein offener, entspannter, kluger Umgang mit dem Scheitern – die Freiheit zu scheitern. Genau mit diesen Aspekten tun sich viele Unternehmen jedoch schwer. Letztlich gilt auch hier: Nicht jeder kann oder will Unternehmer sein. Aber es lohnt sich.

Intrapreneurship: Worauf es ankommt.
Intrapreneurship zahlt auf die interne, bereichsübergreifende Innovationskultur ein. Bedingt durch die Etablierung sichtbarer Teams in der Organisation setzt nicht selten ein „Change of Mind“ ein, der zu einem nachhaltigen Kulturwandel führt. Insofern sind Pioniere als Botschafter eines Kulturwandels häufig Teil einer Innovationsstrategie und/oder eines Change-Prozesses. In jedem Fall brauchen sie Commitment und eine Führungsetage, die ihnen den Rücken stärkt.

Aber auch die Pioniere benötigen ganz bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften um Innovationsprozesse zu starten, in Gang zu halten und schließlich erfolgreich abzuschließen. Hier die wichtigsten Skills der Intrapreneure:

  • Marken-Botschafter: Mit „Herz und Hirn“ stehen sie hinter dem Unternehmen und sind überaus motiviert, strategisch und praktisch an der Unternehmenszukunft mitarbeiten.
  • Veränderer & Erneuerer: Pioniere sind pragmatisch und flexibel orientiert, mutig, haben Spaß an Veränderungen und keine Scheu, sich auf Vorstandsebene zu bewegen („C-Level-Proof“).
  • Game-Changer: Pioniere haben das große Ganze im Blick, denken Chancen-orientiert, hinterfragen Geschäftsmodelle genau so, wie ihre eigenen Standpunkte, und wollen Veränderung auch über die Grenzen der Organisation hinaus.
  • Methodenberater & Enabler: Sie verfügen bereits über eine hohe methodische Kompetenz oder haben Lust, neue innovative Formate kennenzulernen, auszuprobieren und weiter zu entwickeln.
  • Projektsteuerer: Pioniere müssen nicht die besten Projektmanger sein aber sie ein Verständnis dafür haben, wie man ein Projekt angeht. Und sie müssen das Talent besitzen, es sicher durch schweres Fahrwasser zu bringen.
  • Kommunikator & Wissensteiler: Kommunikationsstärke und die Bereitschaft zum Wissenstransfer zeichnen Pioniere aus. Sie agieren Dialog-orientiert und haben keinerlei Probleme damit, ihre Botschaft offensiv zu vertreten („Talk oft the Company“).
  • Netzwerker & Stakeholder-Connector: Pioniere verfügen über ein gutes Netzwerk und haben Talent, die richtigen Leute für ihr Vorhaben zu identifizieren und zu überzeugen. Außerdem gelingt es ihnen, unterschiedliche Menschen für eine gemeinsame Sache zu begeistern.
  • Teamplayer: Zusammenarbeit und Kooperation sind entscheidend. Pioniere sind Kollaboration und Teamwork gegenüber grundsätzlich offen und verstehen es, eine Art Schwarmintelligenz aufzubauen – oder zumindest zu fördern.

Sie haben Fragen zum Thema Intrapreneurship oder möchten den Pioniergeist auch in Ihrem Unternehmen wirken lassen?

Sprechen Sie uns einfach an!
Frederik Bernard und Tim Volkmann

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