Wissens- und Innovationsmanagement in friedlicher Koexistenz

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Wissen und Innovationen gehören zusammen. Das war schon immer so. So ist es erstaunlich, dass dieser Zusammenhang in modernen Organisationen nur selten erkannt oder aber im Sinne einer ganzheitlichen Strategie umgesetzt wird. Auch bei den Investitionen und aktuellen Vorhaben der Unternehmen spiegelt sich diese Diskrepanz wieder.


Die Zusammenhänge sind bekannt

Informationen sind Basis und Ergebnis von einem organisierten Wissensaustausch und damit von Wissensmanagementprozessen. Wissensmanagement fördert und organisiert die Generierung von Wissen in Organisationen. Wissen und eine offene Wissenskultur, der Austausch und der Zugriff auf Wissen in einer Organisation sind damit zugleich auch Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Innovationsmanagement. Schließlich beruhen Innovationen auf Erfahrungen und eben Wissen. Umgekehrt zahlen die Erfahrungen, allen voran Fehlschläge und gescheiterte Projekte innerhalb von Innovationsprozessen, auf den Wissensbestand in Organisationen ein. So wird aus Innovationserfahrung schließlich wieder neues Wissen.

Innovation und Wissen haben identische Anreizmotoren
Die gezielte Ansprache der Mitarbeiter und die Belohnung für innovative Ideen fördern den Wissensaustausch und den Innovationsgeist in Organisationen. Die Anerkennung der Leistungen und produktiven Beiträge der Mitarbeiter beflügeln die Überzeugung, dass jeder einzelne einen wichtigen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann. Die Wissensweitergabe und Entwicklung von Innovationen kann jedoch nur geschehen, wenn man den Mitarbeiten die Freiheit, den Raum und die Zeit dafür gewährt.

Wissen und Innovation stehen vor den gleichen Herausforderungen
Unternehmensstrukturen sind noch immer nach dem Prinzip „Wissen ist Macht“ aufgebaut. Neuen Ideen werden Widerstände entgegengebracht: Innovation bedeutet immer neues Wissen, folglich gefährdet neues Wissen bestehende Machtstrukturen. Hoheitswissen einzelner Mitarbeiter hemmt nicht nur im Innovieren, sondern kann dem Unternehmen bei einem Wechsel des Mitarbeiters auch verlorengehen. Die Fähigkeit, die heutige Informationsflut zu kanalisieren und in Wissen respektive Bedeutung umzuwandeln, wird immer geringer.

Eine Frage der Kultur
Wissen und Innovation bauen auf einer gemeinsamen Unternehmenskultur auf. Bei einer offenen und transparenten Wissens- und Innovationskultur werden sich die Mitarbeiter gerne untereinander austauschen. Wissensaustausch und Innovieren funktionieren schließlich nur, wenn es genügend Denkfreiräume gibt und Mitarbeiterpotenziale gefördert werden. Starre Hierarchien und Abteilungsgrenzen müssen in den Köpfen aufgelöst werden. Mitarbeitern muss Zeit eingeräumt werden, um über den Tellerrand schauen zu können. Fehler dürfen nicht negativ aufgegriffen werden. Vielmehr muss aus ihnen gelernt werden (können).

Innovation bedingt Wissen
Wissen ist eine entscheidende Ressource für Innovationsfähigkeit. Denn Innovationen entstehen, wenn man gebündeltes Wissen betrachtet, analysiert und neu strukturiert oder zusammensetzt. Wissen stellt folglich die Basis für Innovationen dar. Der Zugriff auf die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt ist der Treibstoff für Innovation. Das Wissen um die Entwicklungsvergangenheit einer Organisation, eines Produktes, einer Technologie, etc. ebnet den Weg für künftige Entwicklungsmöglichkeiten und Vorgehensweisen. Wissen reduziert den Zeitaufwand beim Hervorbringen von Innovationen, weshalb Wissensmanagement die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens entscheidend mitbestimmt. Wissen ist aber auch Teil der Experience der Stakeholder und zahlt auf den Erfahrungsschatz der Beteiligten ein bzw. profitiert von diesen. Die Erfahrungen der Stakeholder sind zugleich Basis für einen lebhaften Innovationsprozess.

Und vice versa: Wissen bedingt Innovationen
Innovationen stiften zugleich auch neues Wissen. Soweit so gut. Wissensmanagement darf nicht rein vergangenheitsbezogen betrachtet werden, sondern dient der Vorbereitung zukünftiger Herausforderungen. Innovationen stiften neues Wissen dadurch, dass man neue Ideen und Ansätze ausprobiert und Erfahrungswerte sammelt. Durch Innovationen werden neue Märkte erschloßen und neue Geschäftsmodelle etabliert. So stößt man unweigerlich auf neue Herausforderungen, die wiederum neues Wissen stiften. Zukünftige Investitionsentscheidungen werden durch besseres Verständnis möglicher Auswirkungen unterstützt. Die Nutzung von Best-Practise Wissen fördert schließlich die Integrität in der Produktentwicklung.

Fazit: Offenes Wissensmanagement und Fehlertoleranz ausdrücklich erwünscht
Unternehmen schöpfen ihre eigenen Ressourcen (Wissen) nur unzureichend aus – und konzentrieren sie viel zu sehr auf die Verwaltung von Wissen (Informationsmanagement). Innovation braucht Wissen, quasi als vorgelagerte Instanz. Es fehlt jedoch eine Idee davon unter den Entscheidern, was Wissen eigentlich ist und wie man diese Ressource zielführend einsetzt, sie entwickelt, fördert und kultiviert. Wissen hat sich zur wichtigsten ökonmischen Ressource entwickelt. Aber nur die wenigsten Organisationen wissen, wie sich das kollektive Wissen aktiv in die Wertschöpfung einbringen lässt. Wissen ist nicht messbar, anders als die Ergebnisse eines auf Wissen basierenden Entwicklungsprozesses, in der Regel geprägt durch Produkte und Dienstleistungen, die mit dem Wissen erstellt werden. Wissen lässt sich nicht beziffern. Und: Wissen entsteht nicht selten aus Fehlern, aus dem Experimentieren, neu machen, Querdenken, aus einem spielrischen, schöpferischen, zerstörerischen Umgang mit einem konkreten Problem.

Die Rolle des Wissensmanagers in der Organisation: Fragensteller. Die Rolle des Innovators in der Organisation: Moderator und Prozesstreiber, d.h. das Wissen und die Ideen der Beteiligten fördern, vorantreiben und zugleich methodische Unterstützung anbieten.

Zum Abschluss: Investionen in ein offenes Wissensmanagagement jenseits der reinen Informationsverarbeitung sowie die direkte Verbindung des Wissensmanagements mit dem Innovationsmanagement stellen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft der Organisation.

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